Bild-Animation rechts: Auszüge der DVD
Titelmotiv der Ausstellung: Herbert Zangs
Titelmotiv der Ausstellung: Herbert Zangs
Flyer zur Ausstellung in der Rathausgalerie, 15.09. bis 24.10.2015
Flyer zur Ausstellung in der Rathausgalerie, 15.09. bis 24.10.2015

Aktuelles

09.05.11

Ausstellung an drei evangelischen Orten in Nürnberg

Vom 8. Mai bis 4. Juni 2011 ist die Wanderausstellung »Kunst trotz(t) Demenz« an drei verschiedenen Orten in Nürnberg zu sehen: in der Egidienkirche, im Haus »eckstein« und in der Geschäftsstelle des Diakonischen Werks Bayern. Die Schau vereint über 100 Kunstwerke zum Thema Demenz von 32 Künstlerinnen und Künstlern aus ganz Deutschland.

»Wie aus Wolken Spiegeleier werden« - unter diesem Titel sorgte vor knapp zehn Jahren der Fall des prominenten Werbegrafikers, Designers und Malers Carolus Horn für Aufsehen. An Alzheimer erkrankt, ließ sich an Horns Bildern ablesen, wie sich die Demenzerkrankung auf künstlerisches Schaffen auswirkt.

Eine Wanderausstellung der Stiftung Diakonie in Hessen und Nassau geht das Thema Kunst und Demenz von der anderen Seite an. Kurator Andreas Pitz hat vor knapp zwei Jahren über 100 Kunstwerke zum Thema Demenz von 32 Künstlerinnen und Künstlern aus ganz Deutschland zusammengetragen.

»Vaters Vergessen«

Unter den Künstlern ist Felix Droese, Jahrgang 1950, Sohn eines altkatholischen Pfarrers und und Schüler von Joseph Beuys. 1988 vertrat Droese die Bundesrepublik auf der 43. Biennale in Venedig mit seiner Arbeit »Haus der Waffenlosigkeit«. In der Wanderausstellung »Kunst trotz(t) Demenz« werden vier Holzdrucke auf Zeitungspapier von ihm gezeigt, denen Droese den Titel »Psalm 85, 12« gegeben hat. Mit einem Druckstock, den er seit 1988 immer wieder benutzt, hat er mehrere Zeitungsartikel bedruckt, die sich mit dem Thema Sterbehilfe befassen. Auf dem Druckstock befinden sich hebräische Buchstaben, die sich auf den Psalm 85, 12 beziehen. Dort heißt es: »Die Wahrheit sprießt aus der Erde hervor, Gerechtigkeit blickt vom Himmel hernieder, Frieden und Gerechtigkeit küssen sich.«

Überdruckt ist auch ein Zeitungsartikel von Tillmann Jens, in dem dieser sich mit der Demenzerkrankung seines Vaters Walter Jens auseinandersetzt. »Was soll denn dann noch helfen, wenn schon die Pillen nicht mehr helfen?« fragt Droese im Katalog. »Dann tauchen hier Dinge auf, die wir von alters her kennen, die auch gelehrt und tradiert werden. Nur will ein Teil der aufgeklärten Welt und des aufgeklärten Menschen dies nicht mehr wahrnehmen, und sie versuchen sich zu retten, wie wir das so schön hatten, hier in dem Beispiel der Demenzerkrankung von Walter Jens: dass sie ein Tötungsversprechen, das sie gegenüber dem Vater abgegeben haben, nicht einhalten können. Plötzlich erleben die Mutter und der Sohn, so einfach ist das Sterben aber gar nicht, wenn der Vater einmal sagt: »Ich möchte heute sterben.« Und am nächsten Tag sagt er: »Heute geht's mir gut, ich möchte heute aber nicht sterben.«

Einen eher heiteren Blick auf das Thema Demenz wirft der Frankfurter Fotograf Ralf Braum. Er wollte demente Menschen nicht zum Objekt seines Blicks machen und drückte ihnen daher den Selbstauslöser seiner Kamera in die Hand. Entstanden sind so Porträts, die Selbstbewusstsein, viel Lebensfreude und Persönlichkeit zum Ausdruck bringen.

 

  • Bis zum 4. Juni im Nürnberger Haus »eckstein«, in der Egidienkirche sowie im Diakonischen Werk Bayern. Weitere Informationen unter www.kunst-trotzt-demenz.de und www.diakonie-bayern.de.
  • Diakonisches Werk Bayern, Pirckheimerstraße 6, 90408 Nürnberg, montags bis donnerstags von 8.00 bis 17.00 Uhr, freitags von 8.00 bis 12.00 Uhr. Besucher/innen werden gebeten, sich an der Pforte zu melden.
  • Egidienkirche, Egidienplatz 37, 90403 Nürnberg, dienstags bis samstags von 9.00 bis 17.00 Uhr, sonntags nach den Gottesdiensten, montags geschlossen
  • »eckstein«-Haus der Kirche, Burgstraße 1-3, 90403 Nürnberg, montags bis freitags von 8.00 bis 20.00 Uhr.

Quelle: http://www.sonntagsblatt-bayern.de/news/aktuell/2011_19_24_01.htm

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