Aktuelles
Passionsausstellung 2012: Kunst trotz(t) Demenz
14. Februar – 13. April 2012 in Zusammenarbeit mit der Schweizerischen Alzheimervereinigung/Region Bern Vernissage: Dienstag, 14. Februar, 18.30 Uhrmehr
mehrEröffnung der Ausstellung im Diakonissen-Krankenhaus
Kunst trotz(t) Demenz lautet der Titel der Ausstellung, die vom 28. November 2011 bis 8. Februar 2012 im Diakonissen-Krankenhaus gezeigt wird.mehr
mehr"Kunst trotz(t) Demenz" - Wanderausstellung zeigt Werke von 32 zeitgenössischen Künstlerinnen und Künstlern
Unter dem Motto "Kunst trotz(t) Demenz" steht eine Ausstellung, die vom 3. bis 20. November in Saarbrücken gezeigt wird: in der Johanneskirche, in der Kapelle des Evangelischen Stadtkrankenhauses und in der Senioreneinrichtung...mehr
mehrAusstellung über Kunstwerke dementer Menschen in Bad Soden
Main und Taunus. Beeindruckende Kunstwerke von Menschen, die an Demenz erkrankt sind, werden ab 14. Oktober 2011 im Bad Sodener Badehaus im Alten Kurpark gezeigt, mittwochs, samstags und sonntags von 15 bis 18 Uhr. Das...mehr
mehrDiakonie präsentiert Ausstellung "Kunst trotz(t) Demenz"
Der Diakonie-Stiftung MitMenschlichkeit ist es gelungen, die bundesweit beachtete Wanderausstellung "Kunst trotz(t) Demenz" nach Hamburg zu holen. Sie ist vom 14. Juli bis 5. August in der Axel Springer Passage zu sehen. 32...mehr
mehrAusstellung an drei evangelischen Orten in Nürnberg
Vom 8. Mai bis 4. Juni 2011 ist die Wanderausstellung »Kunst trotz(t) Demenz« an drei verschiedenen Orten in Nürnberg zu sehen: in der Egidienkirche, im Haus »eckstein« und in der Geschäftsstelle des Diakonischen Werks Bayern....mehr
mehrKunst trotz(t) Demenz
Vom 8. Mai bis 4. Juni 2011 wird die Wander-Ausstellung der Stiftung Diakonie in Hessen und Nassau an drei verschiedenen Orten in Nürnberg zu sehen sein: In der Egidienkirche, im „eckstein“ – Haus der Kirche und in der...mehr
mehrKunst mit Thema Demenz im Elfenbeinmuseum
Ausstellung: Im Deutschen Elfenbeinmuseum ist Kunst zu sehen, mit der das Thema Demenz sichtbar wird - Diakonisches Werk bietet dazu ein umfangreiches Rahmenprogrammmehr
mehrReformations-Gottesdienst in Oppenheim
Eröffnungsrede zu "Kunst trotz(t) Demenz"
in Oppenheim am 31.10. 2010
Sehr geehrter Herr Kirchenpräsident, sehr geehrter Herr Knapp, sehr geehrter Herr Pitz, sehr geehrte Frau Rimbach-Sator, sehr geehrte Frau Laubenheimer-Preuße!
Kunst trotz Demenz und Kunst trotzt Demenz: durch den Druck Ihrer Einladung haben Sie dieses Wortspiel gewollt evoziert, trotz mit und ohne „t“, beides macht Sinn!
Kunst trotz Demenz! Warum denn auch nicht?
Kunst ist als Ausdrucksmittel mehr als nur Ersatz für andere Ausdrucksmittel, die versagen.
Franz Kafka hat in seiner bekannten Erzählung „Die Verwandlung“ im Bild die wachsende totale Isolation des Protagonisten Gregor durch seine Verwandlung in ein Ungeziefer dargestellt. Die anderen ekeln sich vor ihm, sie verstehen ihn nicht mehr, verstehen seine Sprache nicht mehr, wissen nicht mehr um seine Bedürfnisse, seine Nahrungswünsche etwa. Er wird in sein Zimmer verbannt. Eine bedrückende Parabel ohne Happy-End. Dreimal versucht Gregor aus seinem Gefängnis auszubrechen und sein Zimmer zu verlassen. Beim dritten Mal ist es das Musizieren der Schwester, das ihn aus seinem Gefängnis lockt. Und Franz Kafka greift quasi auktorial ein und stellt die Frage: „War er ein Tier…?“ Nein, „...da ihn Musik so ergriff“, wie Kafka fortsetzt. Die Liebe zur Musik, die Liebe zur Kunst wird zum Kriterium dafür, dass die Verwandlung nicht zum Verlust der menschlichen Identität geführt hat. Kafka bezeichnet sie als die unbekannte Nahrung, die Gregor gesucht hat. Kunst als Ausdrucksform des Humanen, das ist die Botschaft, die ich dieser Textstelle aus der modernen Literatur entnehme.
Nach dem von dem Linguisten Karl Bühler entwickelten Organon-Modell erfüllt die Sprache drei Grundfunktionen, die immer zugleich in einer sprachlichen Äußerung erfüllt sein müssen, damit Sprache funktioniert: Ausdruck, Darstellung und Appell. Es genügt nicht sich auszudrücken, man möchte nicht allein sein, man möchte mitteilen und wahrgenommen werden, deshalb appelliert man auch mit jeder Äußerung an den anderen. Es ist wichtig für den Menschen, sich auszudrücken, seine Welterfahrung zu formulieren oder zu formen. So ist Kunst ein wichtiger Zugang zur Wirklichkeit, ein ganzheitlicher Zugang, und dieser ästhetische Zugang hat neben dem wissenschaftlich-analytischen ähnlich wie der religiöse auch sein Recht. Das hat Carl-Friedrich von Weizsäcker einmal eindrücklich in einem Aufsatz formuliert, in dem er als Physiker ein Kalkspatkristall zunächst auf seine chemischen und physikalischen Eigenschaften untersuchte, um zu guter Letzt das alles beiseite zu wischen und auf die Schönheit des Gegenstandes und seine Nutzung als Briefbeschwerer hinzuweisen. Aber Kunst ist nicht nur ein Ausdrucksmittel. Zur Selbstverwirklichung gehört auch – wie gesagt – die Darstellung und Mitteilung sowie der Appell an die anderen. So schafft die Kunst Beziehung zum Du, lässt Isolation gar nicht erst aufkommen, appelliert und wird wahrgenommen. Der sich Ausdrückende darf nicht alleine bleiben, er muss gehört und gesehen werden, er muss verstanden werden, sein Appell muss bei uns, den anderen, ankommen und erwidert werden, wechselseitige Kommunikation muss entstehen.
Abstrakte Sätze, die, wie ich in dem Film auf der mir überlassenen CD und im Katalog gesehen habe, in dieser Wanderausstellung konkret werden.
Kunst aber nicht nur „trotz Demenz“, sie „trotzt auch Demenz“, sie hat therapeutischen Charakter, sie hält ihr Fortschreiten auf, wirkt dem Verlust des Selbstwertgefühls entgegen, durchbricht Isolation, schafft Kommunikation, fordert Antwort heraus.
In diesem Sinne eröffne ich die Ausstellung in der Hoffnung, dass sie wirken möge, dass sie Verständnis für die Kranken bewirken möge und Anerkennung ihrer künstlerischen Leistung. Möge sie von vielen gesehen und verstanden werden.
Dr. Ulrich Oelschläger
Präses der Kirchensynode der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau




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